2 Projekte der Historikerkommission

LI-CZ-Historikerkommission

Die paritätische „Liechtensteinisch-Tschechische Historikerkommission“ wurde im Jahr 2010 durch das Fürstentum Liechtenstein und die Tschechische Republik gegründet. Sie befasst sich mit der gemeinsamen Geschichte Böhmens, Mährens und Schlesiens, der Tschechoslowakei und der Republik Tschechien einerseits und des Fürstenhauses und des Fürstentums Liechtenstein andererseits, insbesondere auch mit den beiderseitigen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Ihr Ziel ist es, dadurch zum besseren Verständnis der gemeinsamen Geschichte beizutragen und eine Grundlage für künftige fruchtbare Zusammenarbeit zu schaffen. Die Kommission veranstaltete in den folgenden Jahren eine Serie von geschichtswissenschaftlichen Tagungen und gab Forschungen in Auftrag. Die Ergebnisse veröffentlichte sie in einer acht Bände umfassenden Buchreihe zur gemeinsamen Geschichte der beiden Länder. Sie sind auch online einsehbar, in Deutsch und in tschechischer Übersetzung: www.flcz-historikerkommission.li. Die Print-Versionen können Sie hier online bestellen.

Zu den Aktivitäten der Historikerkommission im Jahr 2019 zählen die Durchführung von „Liechtensteinischen Geschichtstagen in Tschechien / Liechtenstein History Days in the Czech Republic“ sowie die Herausgabe des Syntheseberichts der Kommission als Summary Report in englischer Sprache. Finanziert werden diese zwei bilateralen Projekte durch EEA and Norway Grants; zu diesen Grants trägt auch Liechtenstein jährlich bei. Der Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein ist für beide Projekte Antragsteller, die LI-CZ-Historikerkommission Projektpartner.

 

Projekt 1: Liechtensteinische Geschichtstage in Tschechien

Im Mai des Jahres 2018 hatte in Vaduz ein von der LI-CZ-Historikerkommission organisierter „Tschechischer Geschichtstag in Liechtenstein“ stattgefunden. Als Pendant dazu führte nun am 19. November 2019 die Liechtensteinisch-Tschechische Historikerkommission in Brno (Brünn) in Zusammenarbeit mit der Masaryk-Universität und weiteren Institutionen (Mährisches Landesarchiv, Landesmuseum, Landesbibliothek) öffentliche „Liechtensteinische Geschichtstage in der Tschechischen Republik“ durch. Referenten aus Liechtenstein brachten dem interessierten tschechischen Publikum in einem Tagesseminar in Vorträgen die Geschichte Liechtensteins näher (Paul Vogt, Rupert Quaderer, Peter Geiger, Christoph Merki, Roland Marxer). Ein Abendvortrag von Botschafterin Maria-Pia Kothbauer mit dem Titel „Liechtenstein in der heutigen Welt“ spannte den Bogen in die Gegenwart. 

An den folgenden zwei Tagen fanden in Brno weitere Veranstaltungen zu Liechtenstein statt: Zwei Ausstellungen zu Archivdokumenten sowie Landschaftsfotos, eine Buchpräsentation, ein Konzert mit Rheinberger-Musik, ein literarisches Seminar, in welchem die liechtensteinische Autorin Sabine Bockmühl las. Finanziert wird der „Liechtensteinische Geschichtstag in der Tschechischen Republik“  (Tagesseminar, Abendvortrag, Simultanübersetzung) durch EEA and Norway Grants. Die erwähnten weiteren Begleitveranstaltungen sind von tschechischer Seite getragen. Der Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein ist Projekt-Antragsteller für die EEA and Norway Grants.

Programm in Brno am Dienstag, 19. November 2019:

  • 09.30–09.50 Uhr - Begrüssung
  • 09.50–10.30 Uhr - Paul VOGT: Landesherrschaften vom Mittelalter bis zu den Hohenemsern
  • 10.30–11.10 Uhr - Paul VOGT: Wie das Fürstentum entstand
  • 11.10–11.50 Uhr - Rupert QUADERER: Liechtenstein nach dem Ersten Weltkrieg
  • 13.30–14.00 Uhr - Tomáš ČERNUŠÁK: Eröffnung der Ausstellung „Das Fürstenhaus von Liechtenstein in Mähren und in Österreich: Orte – Bauten – Menschen“
  • 14.00–14.40 Uhr - Peter GEIGER: Liechtenstein im Zweiten Weltkrieg
  • 14.40–15.20 Uhr - Christoph Maria MERKI: Wirtschaftswunder Liechtenstein
  • 15.20–16.00 Uhr - Roland MARXER: Die diplomatischen Beziehungen zwischen Liechtenstein und der Tschechoslowakei bzw. Tschechien 1945 bis heute
  • 18.00–18.15 Uhr - Einführung zum Abendvortrag
  • 18.15–20.00 Uhr - I. D. Maria-Pia KOTHBAUER, Botschafterin des Fürstentums Liechtenstein in der Tschechischen Republik: Das Fürstentum Liechtenstein in der heutigen Welt

 
Hier können Sie das Programm als PDF herunterladen.

Berichterstattung, Liechtensteiner Volksblatt, 27.11.2019
Berichterstattung, Liechtensteiner Vaterland, 27.11.2019 

 

Projekt 2: Synthesebericht der LI-CZ-Historikerkommission in Englisch (Summary Report)

Die Liechtensteinisch-Tschechische Historikerkommission hat ihre Ergebnisse in acht Büchern veröffentlicht. Alle Bände sind in Deutsch sowie in tschechischer Übersetzung erschienen. Zu den acht Bänden gehört der Synthesebericht mit dem Titel „Liechtensteinisch-Tschechische Beziehungen in Geschichte und Gegenwart, Synthesebericht der Liechtensteinisch-Tschechischen Historikerkommission“ (Vaduz 2014, 243 Seiten). Im Rahmen des bilateralen Projekts „Publishing in English the Summary Report of the Liechtenstein-Czech Commission of Historians“ wird der Synthesebericht in englischer Übersetzung herausgegeben. Die Publikation wird im November/Dezember 2019 sowohl auf tschechischer als auch auf liechtensteinischer Seite präsentiert.

Finanziert wird das bilaterale Projekt „Synthesebericht der LI-CZ-Historikerkommission in Englisch (Summary Report)“ ebenfalls durch EEA and Norway Grants. Projekt-Antragsteller ist der Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Partner die LI-CZ-Historikerkommission.