Session und Votum - der lange Weg zum Fürstentum

Session und Votum - der lange Weg zum Fürstentum


Bearbeiterin

 

Thema und Ziele des Projekts

Im Jahr 2019 jährt sich zum 300. Mal die gemeinsame Erhebung von Vaduz und Schellenberg in ein Fürstentum mit dem Namen «Liechtenstein». Im vorliegenden Projekt sollen die Hintergründe dieser Erhebung untersucht werden, die, eng verknüpft, wenn nicht sogar in der Tatsache begründet sind, dass die Fürsten von Liechtenstein seit ihrer Erhebung in den Reichsfürstenstand 1608 bzw. 1623 fortwährend versuchten, das Sitz- und Stimmrecht im Reichsfürstenrat des Heiligen Römischen Reichs zu erlangen. Weil dieses Thema bis zum Ende des 17. Jahrhunderts bereits genauer untersucht wurde, sollen in diesem Projekt die Ereignisse, die zur Erlangung von Sitz und Stimme und die damit verbundene Entstehung des Fürstentums Liechtenstein nach 1700 genau untersucht und dargestellt werden. 

1699 kaufte Fürst Johann Adam von Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg und 1712 die Grafschaft Vaduz. Diese beiden reichsunmittelbaren Territorien sollten die fehlenden Voraussetzungen des Hauses Liechtenstein zur Erlangung von Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat erfüllen. Da die zuerst erkaufte Herrschaft Schellenberg von den übrigen Reichsfürsten als zu klein für eine Aufnahme angesehen wurde, entschloss sich Johann Adam später zum Kauf von Vaduz. Diese Verkaufsverhandlungen gestalteten sich als so kompliziert, dass der Fürst im Jahr 1708 dem Schwäbischen Kreis eine hohe Geldsumme vorstreckte, um bis zum endgültigen Erwerb ausreichend immediater Güter schon vorab Sitz und Stimme in der weltlichen Fürstenbank zu erhalten. Zeitgleich machte sich Fürst Anton Florian von Liechtenstein bei Kaiser und Reich im Spanischen Erbfolgekrieg sehr verdient. Als Fürst Johann Adam 1712, kurz nach dem Erwerb der Grafschaft Vaduz, starb, hinterliess er diese beiden Territorien den Kindern eines Bruders von Anton Florian. Letzterem gelang es, mit den Erben im Jahr 1718 einen Tausch von Vaduz und Schellenberg gegen die ertragreichere Herrschaft Rumburg auszuhandeln. Um dem Ansuchen Anton Florians um Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat mehr Gewicht zu verleihen, erhob Kaiser Karl VI. bereits im Jahr 1719 Vaduz und Schellenberg in ein reichsunmittelbares Fürstentum. Trotz dieser guten Voraussetzungen dauerte es schliesslich noch bis 1723, um neben der bereits vorhandenen Zusagen katholischer Fürsten auch genügend protestantische Fürsten zur Zustimmung und Aufnahme des Hauses Liechtenstein in den Reichsfürstenrat zu bewegen.

Die Ergebnisse des Projekts werden voraussichtlich 2019 im Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein veröffentlicht.


Projektdauer

Das Projekt wurde am 1. Januar 2018 begonnen und endet am 31. Dezember 2018.

 

Proj. Arnegger_Atlas Historique_Bildausschnitt Tafel 16.png 

Bildausschnitt der Tafel Nummer 16 aus: Freres Chatelain (Hrsg.), Atlas Historique, ou nouvelle Introduction a l’Histoire, à la Chronologie & à la Géographie Ancienne & Moderne, …, Tom. II., Part. 1, Amsterdam 1708.

MMag. Dr. Katharina Arnegger
Projektbearbeiterin